Fußballhype in Asien – wann überträgt er sich auf den Platz?

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Es ist unbestritten, dass Fußball in Asien extrem beliebt ist. Ob in China oder Japan, in Korea oder im Iran – die Menschen lieben Fußball und schlagen sich oft die Nächte um die Ohren, um europäischen Spitzenmannschaften zuzuschauen. Doch wie ist es um den heimischen Fußballmarkt bestellt? Wie konkurrenzfähig sind die asiatischen Mannschaften heute und wie sind die Erfolgsaussichten für die Zukunft?

Chinesische Ambitionen

Kaum zu glauben, aber wahr: Die weltweit größte Fußballschule ist die vor kurzem erbaute Evergrande International Football School in China. Man will hoch hinaus in Sachen Fußball und Wirtschaft und Politik unterstützen diese Ambitionen neuerdings. China hat sich drei Etappenziele gesetzt: Man will sich für eine WM qualifizieren. Danach soll die Ausrichtung einer WM erfolgen und in den nächsten 30 Jahren soll dann auch ein WM-Titel gewonnen werden. Der chinesische Fußball hat allerdings ein Image-Problem. Er wird überschattet von Korruption und Spielmanipulationen. Zudem wollen Eltern ihre Kinder lieber in der Schule sehen als auf dem Fußballplatz. Fußball wird oft als Ablenkung für die Kinder empfunden und folglich wenig bis gar nicht von Zu Hause gefördert. Dementsprechend schlecht steht es um den chinesischen Fußballnachwuchs. Zudem werden die Vereine mit Geld aus dem In- und Ausland förmlich zugeschüttet, investieren dieses bisher aber mehrheitlich in altgediente europäische Stars und Trainer statt in eigene Jugend-Programme. Die Gründung der Evergrande Fußballakademie bildet in dieser Hinsicht eine Ausnahme. 

Japan und Korea als Vorbild

Wie es gemacht werden kann, haben Japan und Korea den Chinesen gezeigt. Sie haben mittlerweile durchaus konkurrenzfähige Fußballmannschaften, die etablierten Ländern bei Weltmeisterschaften immer wieder Mühe machen. Zuletzt mussten die Deutschen das bei der WM in Russland erfahren, als man den Südkoreanern mit 0:2 unterlag. Auch Japan hat seine Hausaufgaben gemacht. Es gibt eine aktive Nachwuchsförderung, die nationalen Liga-Spiele werden gut besucht, Spieler im Land gehalten und die Zahl der fußballbegeisterten Fans steigt täglich. Die Vereine investieren ihr Geld zunehmend in die eigene Infrastruktur und schmeißen es nicht mehr europäischen Altstars hinterher, wie es in China der Fall ist. 

In der Breite noch nicht konkurrenzfähig

Um sich ein aktuelles Bild der Qualität des asiatischen Fußballs zu machen, lohnt sich ein Blick auf den Asien Cup. Dieser 1956 ins Leben gerufene Wettbewerb findet wie die WM alle vier Jahre statt. Mittlerweile treten 24 Länder an. Vier der letzten acht Turniere gewann Japan. Auch Südkorea, Iran und Saudi Arabien gewannen mehrfach. Die Spiele ziehen oft jedoch nicht viele Zuschauer in die Stadien, erst zum Finale hin füllen sich die Spielstätten. Die politische Bedeutung von Partien steht oft im Vordergrund und überlagert das Sportliche. Die Spiele sind qualitativ immer noch weit entfernt von europäischen Partien. Es zeigt sich, dass Geld allein nicht das Mittel zum Erfolg ist. Es muss auch eine Fußballkultur geschaffen werden, innerhalb der Nachwuchs entsteht und ein stetiges Interesse bei den Zuschauern geschürt wird.  

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